
Viatores Cives e Wangun



Name: Viatores Cives e Wangun (Reisende Bürger aus Wangen)
Zeit: Ende 12. Jhd. bis Mitte 13. Jhd.
Darstellung: Wir haben uns einem Heer angeschlossen und reisen im Tross mit. Wir erzählen die fiktive Geschichte von
einfachen Männern und Frauen, von freien Bürgern bis hin zum niederen Adel.
Wir verdienen unseren Unterhalt als Pfeil- und Bogenbauer für das Heer...
Unsere Frauen sammeln Kräuter, zeigen verschiedene Handarbeiten kümmern sich rund um das Lager.
Region: Die Nachricht über unsere Gaueinteilung verdanken wir den St. Galler Urkunden.
Allgau, d. i. Allemannengau, nannte der das Land, da sein Haupt in den Wellen des Bodensees
zwischen der Bregenzerach und der Argenmündung badet, seine Füße dagegen in den Fluten
der Donau und seine Hände in der Iller, Argen und dem tobenden Lechfluß wäscht.
Die großen Gaue wurden in mehrere Kleine aufgeteilt.
Argovia wurde jener Distrikt genannt, welcher an beiden Ufern der Argen lag bis an den Bodensee.
Südöstlich von Argengau war der Alpgau. Die Hauptorte darin waren Wazarburg (846), Lintiberc (894),
Wilare, Eigelsweiler, Rotinbac, Heimenishoba (866), Paltrames, Meginbrechtswilare, Werimbrechtscella,
Offinbach, Wangun, Nidriowangun, Sigehartswilare, Carvica, Perkers, Castra Nemaviae, Lbinunacha.
Hauptorte dieses Gaues war Wasserburg, wo der Gaugraf wohnte.
Aktivitäten: Um Gästen, Freunden und Besuchern das Leben dieser Zeit etwas näher zu bringen versuchen wir uns im
Pfeil- und Bogenbau, Filzen von Wolle und der mittelalterlichen Küche. Wir verkaufen diverse Arbeiten im Sinne
einer kleinen Krämerei. Wir sind aber keine Händler die davon ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Wernher vom Rotinbac
Erstgeborener Sohn eines unfreien Bauern. Er folgte einem Montforter Grafen als Bogenschütze,
der im 12. Jahrhundert an einem Kreuzzug teilnahm, um im Türkenland zu kämpfen. Während der Aus-
einandersetzung kam er im Lande der Ungläubigen zu etwas Geld und Ansehen. Er kehrte nicht sofort vom
Kreuzzug zurück, sondern verdiente sich als Anführer einer Gruppe Bogenschütze auf den Schlachtfeldern
Europas sein Einkommen, ehe er sich auf den Weg in seine Heimat machte, wo er auf einige fromme Pilger traf,
die auf dem Heimweg von Santiago die Compostella waren. Als er im Jahr 1234 wieder in seine Heimat
zurückkehrt hat sich viel verändert. Kaiser Friedrich II. kaufte die Grafschaft Alpgau samt einer Burg in
Eglofs und verlieh dieser das Stadtrecht. Viele Bauern, darunter auch seine Eltern, stellten sich unter deren
Schutz und wurden Bürger, die keinem Grundherrn mehr zinspflichtig waren.
Jungfer Heike (Tochter des Ferbers)
Jungfer Heike wurde als zweites Kind und Tochter des Gildemeisters der Heidenheimer Tuchferber geboren.
Der im Brenztal und auf der östlichen Schwäbischen Alb angebaute Flachs bildete zu dieser Zeit die Grundlage
für den wirtschaftlichen Erfolg in Heidenheim. Der Weg vom Flachs zur fertigen Leinwand führte über zahlreiche
Stationen, jede für sich eine Erwerbsquelle, um als Beispiel nur die Hausweberei, die Garnsiederei, die Ferberey,
zu nennen. Ihr Vater stand im Dienst des Burgherren zu Burg Hellenstein und war aufgrund seiner Aufgabe viel
auf Reisen. Schon in jungen Jahren begleitete sie ihn überall hin, da sie lieber ferne Länder kennenlernen wollte,
als den typischen Tätigkeiten einer Tochter dieser Gesellschaftsschicht nach zu kommen. Auf einer dieser Reisen
lernte sie den Alpgauer kennen und verliebte sich in den rauen Junggesellen. Ihr Vater verheiratete sie kurzer
Hand mit ihm.
Balian - noch rein von jeder Sünde
Erstgeborener Sohn von Wernher von Rotinbac und Jungfer Heike anno 2010.
Die Eltern werden ihm die Schönheit des Alpgau's zeigen und ihm schon in jungen Jahren das Bogenschießen lehren.
Jüngster Besitzer eines Langbogens - er wird ein Meister werden. Der junge Bogner ist meist der jüngste
Lagerteilnehmer und beschäftigt die Tochter des Färbers alle Zeit.
Guillaume FitzRichard
Guillaume FitzRichard trat als Münzpräger in die Dienst des Abtes von St. Gallen. Die Münze wurde im Jahr 1150
in Wangun eingeführt und löste die Tauschwaren ab. Die Münze war aus papierdünnem Silber und einseitig
geprägt. Da Guillaume permanent in Geldnöten ist, hat er das Silber mit wertlosem Metall vermischt. Als man ihn
erwischte, wurde er vor die Wahl gestellt; entweder die damals übliche Strafe - Tod durch den Strang - oder die
Teilnahme am Kreuzzug. Er hat sich für den Kreuzzug entscheiden und treibt sich nun als Söldner auf den
Schlachtfeldern herum, wo er Wernher vom Rotinbac kennen lernte. Seither treiben sich die beiden in den
Heerlagern herum und stiften Unruhe.
Jungfer Barbara (Tochter des Bildhauers)
Als Tochter eines Steinmetz aus Ludwigsburg wuchs sie zwischen zwei Brüdern auf. Sie musste schon sehr früh
feststellen, was es heißt, um das tägliche Brot zu kämpfen. Kurz nach ihrer Geburt war der Vater mit der Familie
anno 1182 nach Wangun gezogen, um für einen Geistlichen Namens Walterus de Wangen am Bau des Klosters zu
Isny als Steinmetz mitzuwirken. Zu dieser Zeit trieb Guillaume FitzRichard sein Unwesen in Wangun. Trotz aller
Drohungen und Warnungen verliebte Sie sich in den Gauner und folgte ihm auch, als er zur Strafe an einem
Kreuzug für seine Verfehlung Buse leisten musste. Seither lebt sie als einfache Magd an der Seite von Guillaume
FitzRichard und führt ein einfaches aber romantisches Leben.
Novize Jürgen (Sohn des Fischers)
Jürgen, ebenfalls ein Bewohner des Ortes Rotinbac, steht als Knecht im Dienst der Herren von Laubenberg.
Da er als zweitgeborener Sohn keine Chance auf ein Erbe hatte, sollte er Karriere in der Kirche machen.
Schon in jungen Jahren wurde er als Novize im Kloster Mehrerau aufgenommen. Dort lernte er lesen und
schreiben. Da er allerdings ein unbeugsamer und ungelehriger Diener Gottes war, wurde er einem älteren Mönch
anvertraut, dessen Aufgaben die Pflege des Kräutergarten und Karpfenteichs waren. Dort lernte er neben Lesen
und Schreiben auch die verschiedensten Pflanzen und deren lateinischen Namen kennen.
Als er es nicht mehr aushielt flüchtete er und lebt seither wieder in Rotinbac, wo er sich Pflege älterer Menschen
verschrieben hat und nebenher die reichen Bürger mit Fischen beliefert.



Unsere Gruppe im Portrait / 6 Personen




